Ich liebe Bücher. Ich übersetze Bücher.

Was machst du eigentlich beruflich?

Wenn ich auf diese Frage mit „Ich bin Übersetzerin“ antworte, lautet die nächste Frage unweigerlich: „Und was übersetzt du so?“ Dann komme ich manchmal ein bisschen ins Schwimmen. Ja, was übersetze ich denn eigentlich so? Häufig medizinische und biologische Fachtexte, aber ebenso häufig übersetze ich Bücher. „Oh, richtige Bücher? Ist ja toll. Was denn für welche?“

An dieser Stelle hole ich meist tief Luft und beginne aufzuzählen: „Also, Bücher für Kinder und Naturführer mache ich am liebsten, aber ich übersetze auch viele Kochbücher und manchmal Hobbybücher und Ratgeber.“ Gelegentlich verschleiert sich der Blick des Fragestellers da schon, als hätte er sich gewünscht, ich hätte einfach „Krimis“ gesagt, und dabei habe ich noch gar nicht erwähnt, dass ich beispielsweise nie etwas über Modelleisenbahnen (Hobby) oder Inneneinrichtung (Ratgeber) übersetzen würde, dafür aber liebend gern noch mehr Kinderliteratur …

Für alle, die es wirklich genau wissen wollen, habe ich deshalb hier meine bisher veröffentlichten Übersetzungen zusammengestellt. Die ganz Neugierigen finden außerdem in jeder Kategorie eine Leseprobe als kleinen Einblick in meinen Übersetzungsstil.

Viel Spaß beim Stöbern!

Buch des Monats

China – Das Kochbuch

Übersetzung aus dem Englischen, 720 Seiten

 

Autoren: Kei Lum Chan, Diora Fong Chan
Verlag: Edel 
Erscheinungsjahr: 2017
ISBN: 978-3-9442-9729-3

„China präsentiert mit über 650 authentischen Rezepten und begleitenden Texten einen einzigartigen Einblick in die Kochkultur Chinas.
Das chinesische Autorenpaar bereiste ganz China, recherchierte, sammelte und prüfte Rezepte. Ergebnis ist eine bisher nicht da gewesene Rezeptsammlung, gegliedert nach den acht Großregionen und 12 Unterregionen.
Von bekannten Gerichten wie „Schweinefleisch Süß-Sauer“ und „Gebratenen Nudeln“, über regionale Spezialitäten wie die Hühner-Nudel-Suppe aus Shanghai bis hin zu Süßspeisen - in diesem Buch zeigt sich die chinesische Küche umfassend und verständlich wie nie. Mit einem Überblick über Zutaten, regionale Besonderheiten, Küchentechniken und die Traditionen, die sich hinter vielen Gerichten verbergen.
Die Autoren sind überzeugt, dass Mahlzeiten im Kreis der Familie die Beziehungen und Familienharmonie stärken – so sind auch ihre Rezepte von der chinesischen Alltags- und Familienküche inspiriert: echt und bis auf die besonders ausgefallenen Gerichte auch für Hobbyköche nachkochbar.“ (Verlagstext)

Diesen Wälzer – übrigens mein erstes Buch mit Goldschnitt! – habe ich zusammen mit meiner Kollegin Babette Schrooten übersetzt. Anders als bei den meisten anderen Kochbüchern finden sich auf den 720 Seiten keine ganzseitigen stylischen Food-Bilder, sondern vor allem Rezepte, Rezepte, Rezepte. Eine besondere Herausforderung war die Recherche der Zutaten und für das Glossar – auch wenn ich schon einige chinesische Kochbücher übersetzt habe, legen die Autoren in diesem Buch nämlich ganz besonderen Wert auf authentische und damit oft exotische Zutaten. So blieb mir teilweise nichts anderes übrig, als im nächsten Asien-Supermarkt in den Regalen zu stöbern und chinesische Schriftzeichen zu vergleichen, die glücklicherweise im Glossar mit angegeben waren – ich kann zwar kein Chinesisch, aber hier kamen mir meine Japanischkenntnisse einmal mehr an ganz ungewohnter Stelle zugute.